Irgendwann bauen Wessis die Mauer wieder auf


KYFFHÄUSERKREIS (rr). "Dass im Zuge von Hartz IV Ex-Telekom-Leute in den Osten geschickt werden, die man ohnehin bezahlen muss, ist für mich okay. Dass diese nach Beamtenrechtsrahmengesetz bezahlt werden, auch. Dass sie aber zusätzlich eine ´Buschzulage´ und Sondervergünstigungen erhalten, die allein die Bezüge der Arbeitslosengeld-II-Empfänger übersteigen, ist einfach nur sch... Ich hatte davon wirklich keine Ahnung und wollte es erst gar nicht glauben. Dann dachte ich, sind denn die in den Ministerien und der Bundesagentur für Arbeit nicht in der Lage, mal etwas ordentlich zu machen", ärgert sich Sondershausens SPD-Bundestagsabgeordnete Gisela Hilbrecht. Sie habe aber auch andere Stimmen von Wessis gehört, die recht beleidigt auf die Buschzulagen-Diskussion im Osten reagierten. "Dann gehen wir halt wieder", hätten sie zu ihr gesagt. Ob ihr Mann darunter war, der auch aus dem Westen kommt, ist nicht verbürgt.

Was aber vielen Wessis nicht mehr zu vermitteln wäre, ist, dass die PDS im Osten wieder einen solchen Zulauf hat. "Die PDS als Nachfolgepartei der SED hat doch all unsere Träume verspielt, uns in der DDR bespitzeln lassen und eingesperrt. Sie zu beseitigen sind die Leute 1989 auf die Straße gegangen. Den Menschen im Westen klar zu machen, warum gerade diese Partei heute wieder gewählt wird, ist fast unmöglich. Irgendwann bauen die Wessis eine Mauer zu uns auf", schimpft Hilbrecht. Unser Land sei halt im Denken weiter entfernt, als das alle Politiker bisher wahr haben wollten.

23.07.2004