Auferstehung der Freilichtbühne


Die Freilichtbühne im Salinepark gehört zu Artern wie das Rathaus und Jüngkens Aussichtsturm. Doch jahrelang tat sich nicht sonderlich viel auf der wunderbar gelegenen Spielstätte, ein immer größerer Sanierungsbedarf lief auf. Nun soll sich alles zum Besten wenden. 20 ABM-Kräfte klotzen kräftig ran, der Stadtentwicklungsverein schaltete sich ebenfalls ein, spendierte jetzt Geld und will die Betreibung übernehmen.

Von Sebastian TAUCHNITZ In der Regel waren es zwei Veranstaltungen pro Jahr, bei denen die Freilichtbühne voll war - die Konzerte im Rahmenprogramm des Brunnenfestes und der traditionelle Freiluftwettkampf der Arterner Ringer, bei dem regelmäßig auch die Bewohner der umliegenden Gemeinden noch genau hören können, wenn einer der Lokalmatadoren seinen Rivalen bezwungen hat.

Ansonsten aber dämmerte das Areal mehr oder weniger vor sich hin. Ab und an wurde noch von Kuno Rößler ein Freilichtkino organisiert, das war es dann aber auch schon fast. Und selbst die Kinoabende wurden in der Vergangenheit immer seltener, das Vorführhäuschen befand sich in einem beklagenswerten Zustand.

Der Projektor konnte nicht dort verbleiben, weil sich der Schuppen nicht ordentlich abschließen ließ, außerdem tropfte es durch das undichte Dach.

Es musste sich also unbedingt etwas tun auf der Freilichtbühne. Gesagt, getan - in Trägerschaft der Arbeits-, Bildungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft Thüringen Nord (ABS) wurde eine AB-Maßnahme ins Leben gerufen, bei der 20 Jugendliche ein Jahr Zeit haben, das gesamte Gelände wieder auf Vordermann zu bringen (TA berichtete mehrfach). Doch leider wurden bei Genehmigung des Vorhabens durch das Arbeitsamt die Sachkosten halbiert, die zur Verfügung standen. Ein Dilemma war die Folge: Man hatte zwar jede Menge Arbeitskräfte, um auf der Freilichtbühne etwas zu bewegen, aber kein Material, um wirklich etwas zu schaffen. Bei der Stadt war auch kein Geld zu holen. Zum Glück sprang jetzt der Stadtentwicklung Artern e.V. ein.

Bei seiner Mitgliederversammlung am Mittwochabend votierten die Anwesenden dafür, rund 6000 Euro vom Vereinskonto zur Verfügung zu stellen. Dafür sollen Baumaterialien gekauft werden, um die Sanierung der Sitzgelegenheiten abschließen zu können. Außerdem wird das Dach des Vorführhäuschens von der Firma Mauf zum Freundschaftspreis repariert und die Schmiede Fister unterbreitete ebenfalls ein attraktives Angebot für Tür und Klappe des Häuschens.Es wird also zügig weitergehen in den kommenden Tagen. "Mit einem so geringen Finanzaufwand bekommen wir die Bühne nie wieder saniert", hatte der Vorsitzende des Stadt-entwicklungsvereins, Uwe Baumann, noch einmal die Dringlichkeit des Vorhabens unter Beweis gestellt.

Doch natürlich gibt es noch viel zu tun an der Freilichtbühne. Da auch die Mittel des Vereins nicht unbegrenzt sind, ersann der Vorstand ein Modell, damit weiteres Geld für die Sanierung hereingespielt werden kann - ein Nutzungsvertrag über die Bühne zwischen Stadt und Verein. Dessen Inhalt ist - vereinfacht gesagt - folgender: Der Verein übernimmt die Vermarktung der Freilichtbühne, sucht Veranstalter, die sie mieten und nutzen möchten. Die dabei erzielten Einkünfte sollen dann wieder in die Sanierung investiert werden. "Wenn die Stadt Einnahmen durch solche Mieten erzielt, verschwinden die im Haushalt und können nicht zielgerichtet für die weitere Herrichtung der Freilichtbühne eingesetzt werden", bekannte Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS). Zudem sei zu erwarten, dass durch das Engagement der vereinsinternen Arbeitsgruppe mehr Veranstaltungen auf die Bühne geholt werden als bisher. Man habe bereits mit der Firma Pro Event aus Artern über einen Untervertrag verhandelt, erklärte Baumann in diesem Zusammenhang. Fest stehe, dass der Verein selbst keine Veranstaltungen organisieren will, das Risiko wäre zu groß. Statt dessen sollen - ganz nach Vertrag - entweder ein Teil der Einnahmen oder eine pauschale Miete für die Nutzung der Bühne fällig werden.

Am Ende sprachen sich die Mitglieder des Stadtentwicklungsverein mehrheitlich für den Abschluss des Nutzungsvertrages aus, obwohl sich sowohl Birgit Reinshaus als auch Stefan Albe strikt dagegen ausgesprochen hatten. Sie befürchteten, dass dem Verein nur zusätzliche Kosten - etwa durch Grundgebühren bei Strom und Wasser - entstehen.

Dies berücksichtigend, verständigte man sich darauf, den Vertrag vorerst nur bis Ende 2005 zu befristen und dann Bilanz zu ziehen. Dennoch war man am Ende zuversichtlich.

03.06.2004