Koenen erklärt Suche nach den verschwundenen 75 000 Euro für beendet


Ein Teil der 75 000 Euro, die die Rechnungsprüfer in den Büchern der Stadt Artern vermissten, wird sich wohl nicht wieder anfinden. Das bestätigte Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) im Hauptausschuss . Die Rechnungsprüfer des Kreises seien mittlerweile wieder abgezogen, berichtete er auf Anfrage.

"Der überwiegende Teil des Geldes wurde gefunden", meinte Koenen. Einen Abschlussbericht werde es nicht geben, "statt dessen einige Empfehlungen". Das wollte Steffen Peschke (CDU), der eine entsprechende Anfrage gestellt hatte, dann aber doch nicht so einfach auf sich beruhen lassen. Er erinnerte daran, dass die Verantwortung dafür, das Geld zu finden, letztendlich bei der Stadt und nicht bei den Rechnungsprüfern des Kreises liegt. Man habe diese Verantwortung wahrgenommen, beteuerte Koenen daraufhin. Teilweise bis zurück ins Jahr 1993 habe man die Bücher durchforstet, die Mitarbeiter hätten alle mitgeholfen: "Keiner weiß, wo das Geld ist", so Koenen resignierend.

Doch er hatte auch Positives zu berichten. Das Altenheim am Salinepark, lange Zeit ein Ladenhüter, für den sich bei gleich zwei Ausschreibungen keine ernsthaften Interessenten fanden, scheint auf einmal die Investoren anzuziehen wie das Licht die Motten. "Ein konkretes Kaufangebot liegt bereits vor, ein zweites steht aus. Nun hat sich bereits ein dritter Interessent gemeldet, mit dem ich am kommenden Dienstag sprechen werde", so Koenen im Hauptausschuss. Und auch ein großes, bundesweit operierendes Unternehmen habe Interesse bekundet und entsprechende Unterlagen abgefordert.

Derweil tobt ein Sturm der Entrüstung durch Artern, weil das Toilettenhäuschen auf dem Boulevard für rund
200 000 Euro im Zuge des Park & Parken-Projekts saniert werden soll. "Das Objekt steht unter Denkmalschutz, zudem muss das Problem mit der öffentlichen Toilette ein für allemal gelöst werden", warb Koenen in diesem Zusammenhang für Verständnis. Nach der Sanierung sei es dann aber unumgänglich, einen vernünftigen Betriebsmodus zu entwickeln. Denn die Münzautomaten, die vor einiger Zeit installiert wurden, sind komplett demoliert. "Rund 750 Euro kostet die Reparatur", so Koenen. Am besten wäre es, wenn sich wieder ein Pächter finden würde.

Sebastian TAUCHNITZ 13.05.2004