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Teure Überraschung 20 Euro pro Monat für einen Stellplatz, für den noch vor einigen Wochen gar nichts berappt werden musste - kein Wunder, dass die Bewohner des Blocks in der Arterner Straße der Jugend 13 bis 15 auf die Barrikaden gehen. Von Sebastian TAUCHNITZ Und mit ihnen Dieter Freimann, Geschäftsführer der Bau- und Wohnungswirtschafts GmbH, die den Block für die Agrar GmbH in Kalbsrieth verwaltet. Er berichtete im Redaktionsgespräch, dass sogar schon ein Mieter gekündigt habe, weil die Stadt auf einmal abschließbare Parkpoller vor dem Block errichtet habe und 20 Euro pro Monat und Stellplatz von den Mietern verlange. Die Mieter wiederum sind stinksauer, haben sie mit ihren Parkplätzen vorm Haus in den vergangenen Jahren schon eine Menge Ärger gehabt. Zunächst hatte es immer wieder Probleme gegeben, weil die Parkplätze andauernd von Leuten blockiert wurden, die gar nicht im Block wohnten. Das besserte sich erst, als Anwohnerparken eingerichtet wurde. Und nun das. Ein Poller auf dem Stellplatz, der gestern noch frei verfügbar war. Dazu kommt noch, dass sich seit Tagen nichts mehr tut, der Parkplatz gesperrt ist. Ganz zu schweigen davon, dass die Anwohner mittlerweile erfahren haben, dass die Bewohner des Nachbarblocks in der Straße der Jugend nur zehn Euro pro Parkplatz und Monat berappen. "Thüringer Allgemeine" fragte daher bei der Arterner Bauamtsleiterin Antje Große nach. "Der Block gehört zwar der Agrar GmbH Kalbsrieth, das Grundstück vor dem Haus befindet sich allerdings im Besitz der Stadt", sagte sie. Seit drei Jahren versuche man in Verhandlungen mit dem Geschäftsführer der Agrar GmbH, Gerhard Kummer, den Parkplatz an ihn zu verkaufen - vergebens. "Mit Herrn Kummer war bislang keine Einigung zu erzielen", so Antje Große. Die Stadt sei schon mit Blick auf die angespannt Finanzlage gehalten, Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen. Dazu gehöre auch die Parkplatzbewirtschaftung. "Es war eine Frage der Gerechtigkeit - auf dem Bauernmarkt betreibt die Stadt ebenfalls einen Parkplatz, auch dort müssen die Nutzer 20 Euro pro Monat zahlen. Daher wäre es ihnen gegenüber unfair, wenn die Nutzer in der Straße der Jugend nicht auch zur Kasse gebeten würden." Warum die Bauarbeiten dann mittendrin abgebrochen wurden? "Herr Kummer hat nun doch Gesprächsbereitschaft signalisiert - also wurde die Aufstellung der Poller zunächst gestoppt." Gemeinsam mit Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) wolle man nun doch noch nach einer einvernehmlichen Lösung suchen. Auch dafür, dass die Parkplätze vor dem Nachbarblock nur die Hälfte kosten, hatte Antje Große eine Erklärung parat. "Die Stellplätze dort gehören nicht der Stadt, sondern der Aratora Wohnungsbaugesellschaft. Und die vermarktet ihre Parkflächen natürlich eigenständig, muss sehen, dass sie ausgelastet sind", sagte die Bauamtsleiterin. Daher könne die Wohnungsgesellschaft auch die Preise der Parkflächen frei kalkulieren. 12.05.2004
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