Trügerische Ruhe


Es ist ruhig geworden um das Arterner Altenheim in den vergangenen Wochen. Doch wer denkt, dass damit auch die Verkaufspläne vom Tisch sind, der sieht sich getäuscht. Hinter den Kulissen wird weiter mit Interessenten verhandelt.

Zumindest finanziell ist das Heim nach Aussage von Arterns Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) mittlerweile wieder in etwas ruhigerem Fahrwasser angelangt. Nachdem Ende des vergangenen Jahres ad hoc knapp 50 000 Euro von der Aratora-Wohnungsbaugesellschaft zur Altersheim GmbH geschaufelt wurden, könne man jetzt wieder ganz normal Lieferantenrechnungen begleichen und Löhne überweisen, so Koenen, der immer noch als Interims-Geschäftsführer firmiert. Denn Dieter Weidemann, der Ende des vergangenen Jahres mit erheblicher Kraftanstrengung von Koenen und Aufsichtsratschef Bernd Reiber (SPD) ins Amt gehievt worden war, befindet sich auch weiterhin im Krankenstand. Er war kurz nach seiner Berufung nach massivem Widerstand des Personals erkrankt. "So langsam wird es wirklich Zeit, dass im Altersheim wieder ein Heimleiter aktiv ist", meinte auch Koenen in diesem Zusammenhang. Zwar sei die Betreuung der Bewohner jederzeit auf höchstem Niveau gewährleistet, aber "auf Dauer muss ein Heimleiter her."

Normalerweise kein Problem, da Weidemanns Krankengeld mittlerweile von der Kasse bezahlt wird, könnte die Stadt bis zu seiner Genesung einen anderen Heimleiter befristet einstellen. Doch genau vor diesem Schritt scheut man sich. Das hat Gründe. TA-Informationen zu Folge wird derzeit intensiv mit zwei Kaufinteressenten verhandelt. Denen wolle man zur "Altlast" Weidemann nicht noch einen zweiten Geschäftsführer/Heimleiter aufhalsen, der auch mit übernommen werden müsste, hieß es dazu. Da bereits zwei Ausschreibungen ergebnislos durch- geführt wurden, könne die Stadt nun direkt mit den Interessenten verhandeln. Als besonders attraktiv wurde bislang die Offerte eines potenziellen Käufers bewertet, der bereits ein ähnliches Objekt in Bad Frankenhausen erworben hat. Dadurch würden sich - auch mit Blick auf die vollständige Übernahme des Personals - große Synergieeffekte ergeben, die es zu nutzen gilt.

04.05.2004 Von Sebastian TAUCHNITZ