Rotstift bei den Vereinen


Dass Artern sparen muss, ist weithin bekannt. Wo der Rotstift angesetzt werden soll, steht im Konsolidierungskonzept, das der Stadtrat jetzt verabschiedete. Auch den Vereinen in der Stadt sollen die Zuschüsse beschnitten werden.

Bislang hatte sich die Stadt immer sehr freigiebig gezeigt, wenn es darum ging, die Nebenkosten von durch Vereine genutzten Gebäuden zu überweisen. So geht aus einer dieser Zeitung vorliegenden Liste hervor, dass bis zu 16 100 Euro pro Jahr alleine für die Reinigung der Turn- und der Ringerhalle in der Unstrutstraße aufgebracht wurden, weitere 5000 Euro kostete die Reinigung der Gebäude im Stadion. Auf 1350 Euro belief sich 2002 die Stromrechnung für das Objekt in der Hüttenstraße, in dem das Arterner Schalmeienorchester übt. Und die Heizkosten dafür betrugen weitere 7600 Euro. Doch auch im Goethehaus und auf der Kegelbahn wurden tausende Euro Betriebskosten verbraten. "Das muss sich ändern", sagte Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) dazu. Bei den Ringern habe man die Reinigungskosten bereits reduziert, da die Turnhalle nun nicht mehr für den Schulsport genutzt wird. Doch man will noch weiter gehen. Die Sportstätten sollen laut Stadtratsbeschluss künftig an die Vereine übertragen werden. In anderen Städten und Gemeinden ist das seit jeher üblich, die Bad Frankenhäuser Kicker beispielsweise haben schon lange einen entsprechenden Erbbaupachtvertrag für ihr Stadion, müssen mit einem jährlichen Zuschuss von 10 000 Euro über die Runden kommen. Ein ähnliches Modell will Koenen nun auch mit den Vereinen aushandeln.

Eine Einsparung von mindestens 10 000 Euro verspricht sich die Stadt alleine hiervon. Weitere 10 000 Euro pro Jahr ließen sich dem Konsolidierungskonzept zufolge dadurch sparen, das in den vergangenen Monaten durch dubiose Abrechnungspraktiken in Verruf geratene Soleschwimmbad an einen privaten Betreiber zu übertragen.

Auch bei den Personalkosten soll in der Stadt der Rotstift angesetzt werden. So sollen durch den vorgezogenen Ruhestand von Beamten 27 000 Euro, die Altersteilzeit für Angestellte 20 100 Euro und für Arbeiter 28 400 Euro eingespart werden. Desweiteren bekam der Bürgermeister den Auftrag, zu prüfen, ob sich die Grundstücke und Gebäude im Stadtbesitz unter Umständen verkaufen lassen, um dadurch weitere Schulden zu tilgen.

28.04.2004 Von Sebastian TAUCHNITZ