Kämmerer mit Latein am Ende

Die knapp 75 000 Euro, deren Verbleib Arterns Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) bis zum Stadtrat am Montagabend geklärt haben wollte, bleiben auch weiterhin verschollen.

Fünf Monate habe die Verwaltung Zeit gehabt, nachzuforschen, wo die Differenz zwischen den Büchern und dem Kontostand der Stadt aufgetreten sein könnte - und bis heute habe man den Fehler nicht finden können, wetterte CDU-Fraktionschef Jens Krautwurst mit Blick auf die immer noch nicht geklärten Fragen, die im Rechnungsprüfungsbericht für das Jahr 2002 aufgetreten waren. Warum das so lange gedauert habe, wollte er wissen. "Wir hatten auch noch andere Sachen zu tun - den Jahresabschluss 2003 oder den Haushaltsentwurf für 2004 etwa", giftete Koenen daraufhin zurück. Fakt ist aber, dass in der Verwaltung offensichtlich große Ratlosigkeit herrscht, wo Kämmerer Rainer Trautmann (Foto) das Geld nun buchhalterisch abhanden gekommen ist. Koenen konnte nur sagen, wo es nicht geblieben ist: "Also 2002 sind wir durch, da haben wir nichts gefunden, es muss früher passiert sein, wohl beim Übertragen", sagte er. Auch die Euroumstellung habe nichts mit dem mysteriösen Verschwinden zu tun. Koenen schloss in dem Zusammenhang erneut kategorisch die eventuelle Unterschlagung aus. "Das geht gar nicht", stellte er fest. Ob das geht, das werden nun, da die Verwaltung offenbar überfordert ist, die Rechnungsprüfer des Kreises herausfinden müssen. Sie sollen heute anrücken und den Fehler finden.

23.03.2004 Von Sebastian TAUCHNITZ