Gemeinsam stark


Jahrelang war es um das Verhältnis der Arterner und der Schönfelder Feuerwehr nicht zum Besten bestellt. Doch die Eiszeit ist offensichtlich vorbei. Zum ersten Mal hielten die beiden Feuerwehren aus dem Ort am vergangenen Sonnabend eine gemeinsame Jahreshauptversammlung ab.

Dass der Arterner und der Schönfelder Wehrleiter - Peter Hauthal und Kai Schossig - gut miteinander können, das konnte man sehen, als sie einträchtig nebeneinander im Saal des Arterner Rathauses saßen.

Die Animositäten der vergangenen Jahre sind ausgestanden, da ließen die Kameraden am Samstag keinen Zweifel aufkommen. Die Situation war ja auch reichlich sonderbar - zwar ist Schönfeld nun schon seit etlichen Jahren eingemeindet nach Artern, die Wehren fanden sich aber nicht zusammen. Personalien spielten eine Rolle, vor allem atmosphärisch haute es einfach nicht hin. Und nun? "Die Schönfelder schaffen es im Gegensatz zu den Arternern, sich auch an Feuerwehrwettkämpfen zu beteiligen", lobte der Ortsbrandmeister und Arterner Wehrleiter Peter Hauthal. Und als sein Schönfelder Kollege Schossig berichtete, dass die TS 8, die man für die Wettkämpfe benötigt, den Geist aufgegeben habe und das geliehene Gerät den Wettkämpfern ebenfalls kein Glück gebracht habe, schenkte ihnen Hauthal nach Absprache mit den Kameraden kurzerhand eine Arterner TS 8.

Einig waren sich die Arterner und Schönfelder Kameraden auch darin, dass auch weiterhin einiges Geld für die Feuerwehr ausgegeben werden muss. Die Arterner pochten erneut darauf, dass eine neue Drehleiter unumgänglich sei, schließlich habe die Stadt allein 2003 rund 10 000 Euro aufwenden müssen, um das Gerät überhaupt noch einmal durch den TÜV zu bekommen.

Kai Schossig aus Schönfeld wiederum wies erneut auf die desolaten Zustände im Feuerwehrgerätehaus des Ortsteils hin. Die Heizung funktioniert nicht, es besteht während der Winterzeit die Gefahr, dass Technik und Uniformen einfrieren. Von den desolaten sanitären Bedingungen mal ganz abgesehen, müssten "die Herren Politiker endlich die Versprechen einlösen, die uns im Vorfeld der Bürgermeisterwahlen gemacht wurden. Wir haben langsam den Eindruck, dass die Schönfelder Feuerwehr weggespart werden soll." Den Ball nahm Arterns Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) auf. Zum Thema Drehleiter sagte er, dass entsprechende Förderanträge bei Land und Kreis gestellt seien, man schon heute überlege, wie man den städtischen Eigenanteil in die Haushalte 2005/2006 einstellen wolle. Den Schönfelder Kameraden wiederum versprach er, dass noch in diesem Jahr die Elektrik und die damit die Heizung in ihrem Gerätehaus auf Vordermann gebracht werde. Im kommenden Jahr werde sich die Stadt dann um die sanitären Anlagen kümmern. Da mochte sich auch Kreisbrandinspektor Peter Ortlepp nicht lumpen lassen und berichtete, dass das neue Tanklöschfahrzeug für Artern bereits bestellt sei und spätestens zum Jahresende geliefert werde, der 15 Jahre alte Übergangs-W 50 aus Bad Frankenhausen dann in ebenfalls in den Besitz der Arterner Wehr übergehen soll. Die Beschaffung der beiden Leiterwagen für Artern und Bad Frankenhausen sei die große Aufgabe für die kommenden Jahre, meinte er.

Keine Frage, die Einigkeit der beiden Feuerwehren hat sich für beide schon jetzt gelohnt.

14.03.2004 Von Sebastian TAUCHNITZ