|
|
Hektische Betriebsamkeit Der Arterner Kämmerer Rainer Trautmann hat sicher schon schönere Tage in seinem Berufsleben verbracht. Bis zum 22. März muss er die im Rechnungsprüfungsbericht fehlenden rund 75 000 Euro gefunden haben, sagt sein Chef. Denn noch einmal will sich Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) im Stadtrat nicht so auseinander nehmen lassen. Die Rechnungsprüfer hatten zwischen den Büchern der Stadt und dem tatsächlichen Kontostand eine Differenz von rund 75 000 Euro festgestellt. "Dabei muss es sich um eine Fehlbuchung handeln. Der Kämmerer muss sie nur noch finden. Gestern hat er mir gesagt, er sei mittlerweile sicher, dass die Buchung länger zurückliegt als 2002", so Koenen im TA-Gespräch. Die Sache müsse schnellstmöglich aufgeklärt werden, sagte er, sonst würde man Spekulationen Tür und Tor öffnen. Bis man die Ursache gefunden hat, will er sich nicht dazu äußern, wie aus den Büchern der Stadt eine solche Summe verschwinden konnte, warum das über Jahre niemand merkte und ob der Verdacht der Unterschlagung besteht. Derweil macht er sich lieber über die Zeit ab dem kommenden Jahr Gedanken. Denn dann wird der Arterner Kämmerer Trautmann in Rente gehen. "Wir werden die Stelle aller Voraussicht nach nicht wieder neu besetzen", so Koenen weiter. Statt dessen werde er versuchen, die von der CDU vorgeschlagene Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Verwaltungsgemeinschaft (VG) "Mittelzentrum Artern" in die Tat umzusetzen. "Konkret hoffe ich, dass die VG unseren Haushalt mit erstellt", so Koenen. Eine Hoffnung, die schneller zerplatzen könnte als eine Seifenblase. Denn bei der VG ist man über den neuerlichen Arterner Vorstoß alles andere als erbaut. "Unsere Kämmerin muss bereits 13 Haushalte für die Mitgliedsgemeinden erstellen - mehr geht nicht. Und extra wegen Artern Personal einstellen werden wir nicht", stellte VG-Chefin Christel Reinboth im TA-Gespräch klar. In ihrer Verwaltung würden sozialverträglich Stellen abgebaut, um die Umlage für die Mitgliedsgemeinden auch weiter stabil zu halten. Die Stadt hätte durchaus vom Service der VG profitieren können, sei aber auf Geheiß von Harald von Riesen (FDP) seinerzeit ausgetreten - das räche sich nun eben. Von
Sebastian TAUCHNITZ
|
|
|
|
|
|