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Guten Appetit ARTERN (st). Bürgermeisterwahlkampf 2003 in Artern, da kocht der Chef und die Kandidaten, werden Promis in rauen Mengen in die Stadt gekarrt. Nach der Schlammschlacht zur Abwahl 2001 sind sich alle einig - dieses Mal wollen sie lieb zueinander sein. So schnell vergeht die Zeit. Sechs Jahre ist Wolfgang Koenen (PDS) nun schon Bürgermeister in Artern. Zeit also, sich am 28. September erneut dem Wählervotum zu stellen. Damit ihm die Salinestädter nur ein Zwischen- und kein Abgangszeugnis ausstellen, hat Koenen die Koordination des Wahlkampfes in die Hände seines Vertrauten und zweiten Beigeordneten Torsten Blümel (PDS) gelegt. Der hat seine Taktik bereits fertig: keine Promis, keine Gesprächsrunden. Augenscheinlich will man den bei den Arternern recht beliebten Bürgermeister einfach als Typ verkaufen. "Die Leute hier kennen ihren Bürgermeister, wissen, wofür er steht", so Blümel. Höhepunkt des Wahlkampfes ist daher ein ganz und gar unpolitischer Abend im "La Vita". "Der Bürgermeister kocht, sie müssen die Suppe auslöffeln" steht auf den Plakaten, die ein etwas unglücklich aus der Wäsche schauender Wolfgang Koenen ziert. Ob es daran liegt, dass der überzeugte Vegetarier dieses Mal auch Wildschweinbraten und mit Hackfleisch gefüllte Paprikaschoten kredenzt? Am 12. September haben die, die sich eine Karte im Vorverkauf gesichert haben, zwar kein genaues Bild von Koenens politischen Vorhaben der nächsten Jahre, aber dafür zumindest eine Vorstellung, ob der Kandidat ihnen nun schmeckt oder nicht. Dass Liebe durch den Magen geht, findet auch CDU-Bürgermeisterkandidatin Sonja Helm. Da bei ihrem ersten Wahlkampfstand noch vor der Sommerpause der selbstgemachte Backskloß wegging wie selbst gemachter Backskloß, wird sie auch künftig die Arterner Spezialität verteilen. "Da hat man auf einmal Leute am Stand gesehen, die sonst einen großen Bogen um uns machen", hieß es dazu aus ihrem Wahlkampfteam. Quasi als Dessert gibt es an den Infoständen dann aber auch noch Hinweise darüber, was die Schönfelder Ortsbürgermeisterin alles besser machen will als der Amtsinhaber. Darüber informiert sie derzeit auch die Vereine und Verbände, die sie eingeladen haben. Dem Vernehmen nach hat sie damit viel zu tun. Auf die Strahlkraft prominenter Politikerkollegen setzt derweil Kandidat Bernd Reiber (SPD). Er will am 4. September mit MdB Gisela Schröter die hiesigen Finneck-Werkstätten besuchen, Iris Gleicke - SPD- Staatssekretärin im Berliner Bundesverkehrsministerium - schaut am 16. vorbei. Und auch bei Thüringens SPD-Chef Christoph Matschie wurde angefragt. Ganz ohne Essen läuft allerdings auch Reibers Wahlkampf nicht. Zum Schwimmbadfest am 13. will er sich gemeinsam mit seinen Mitbewerbern an den Grill stellen und Benefizbratwürstchen braten. Doch Hauptaugenmerk legt er dennoch auf die Information der Bürger an Infoständen auf dem Grünen Markt. 21.08.2003
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