|
|
Kolumne: Höchste Zeit
ARTERN (st). Das Aussitzen von unliebsamen Diskussionen ist eine ebenso gebräuchliche wie hochgradig lästige Taktik deutscher Politiker. Umso erfreulicher ist es, dass sich Arterns Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) auf massiven Druck seiner Stadträte und der Kollegen aus den umliegenden Städten und Gemeinden entschlossen hat, nicht länger mit der Vogel-Strauß-Taktik auf den drohenden Verlust des Mittelzentrumstatus zu reagieren. Statt den Kopf weiter in den Sand zu stecken, hat Koenen nun ein mehrseitiges Schreiben an den Städte- und Gemeindebund geschickt. Das ist löblich. Und war letztlich mehr als überfällig. Seit Jahren lässt der Freistaat Artern immer mehr hinten runter fallen, fast ebenso lange wird am Status des Mittelzentrums gesägt.Hoffentlich ist es für die neue Initiative nicht schon zu spät. 21.07.2003
Artikel: Brandbrief nach Erfurt
ARTERN (st). Hatte Arterns Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) noch vor vier Wochen sehr gelassen reagiert, als es darum ging, dass Artern in der Landesplanung demnächst nur noch die Funktion eines Grund- statt der eines Mittelzentrums wahrnehmen soll (TA berichtete), so wurde er jetzt aktiv. In einem Schreiben an den Gemeinde- und Städtebund äußert Koenen seine Verwunderung ob der geplanten Abstufung. Er führt an, dass die städtebauliche Entwicklung Arterns auf die Erfüllung der Rolle eines Mittelzentrums für die Bewohner des ehemaligen Kreises Artern ausgerichtet ist, somit rund 48 000 Einwohner versorgt werden sollen. Detailliert führt Koenen an, welche Behörden, Ärzte und Versorgungseinrichtungen in Artern vorhanden sind, argumentiert damit, dass das nächste Mittelzentrum Sondershausen von Roßleben aus anderthalb Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt ist. Als letztes wichtiges Argument führt der Arterner Bürgermeister ins Feld, dass die Einwohnerzahl der Stadt bis 2006 durch Eingemeindungen auf 12 000 bis 14 000 Einwohner gesteigert werden soll. Man darf gespannt sein, ob das in Erfurt Eindruck macht. 21.07.2003 |
|
|
|
|