Abwahlverfahren eingeleitet

ARTERN .Das Abwahlverfahren gegen den Arterner Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) wurde gestern Abend offiziell eingeleitet. 14 von 20 anwesenden Stadträten beschlossen in namentlicher Abstimmung, im Rahmen eines Bürgerentscheids die Arterner über die Zukunft ihres Bürgermeisters entscheiden zu lassen. CDU-, SPD-, FDP- und DA-Fraktion stimmten komplett gegen den Amtsinhaber, der 1998 gewählt wurde. Sprechen sich bei der nun folgenden Abwahl, die laut Thüringer Kommunalordnung frühestens in zwei Monaten stattfinden kann, mehr als 30 Prozent der stimmberechtigten Arterner gegen Koenens Verbleib aus, verliert dieser sein Amt. Die Entscheidung im Stadtrat fiel gestern Abend erstaunlich glatt und sachlich. Da Koenen persönlich betroffen war, leitete der erste Beigeordnete die namentliche Abstimmung, bei der jeder einzelne Abgeordnete im Beisein zahlreicher Bürger nach seiner Entscheidung gefragt wurde.
Allerdings musste die breite Abwahlkoalition noch vor der eigentlichen Abstimmung eine empfindliche Schlappe einstecken. Denn die geplante Abwahl des zweiten Beigeordneten Torsten Blümel (PDS) ("Thüringer Allgemeine" berichtete) schaffte es nicht auf die Tagesordnung. Der stellvertretende CDU-Fraktionschef Jens Krautwurst, hatte sich mit Koenen ein hitziges Wortgefecht über den Kommentar der Thüringer Kommunalordnung geliefert. Koenen war allerdings bestens vorbereitet und nicht willens, die Tagesordnung zu ändern. Damit brachte er seine Gegner in die Zwickmühle: Lehnen sie aus Protest die Tagesordnung ab, fällt die Stadtratssitzung aus und Koenen hat weiter Zeit gewonnen. Krautwurst kündigte dann zwar erbost an, er werde die Tagesordnung ablehnen, enthielt sich aber letztendlich nur, wie der größte Teil der anderen Abgeordneten auch. Lediglich Bernd Reiber (SPD) und die PDS-Fraktion stimmten für die Tagesordnung. Nach diesem formaljuristischen Geplänkel gedachte man in einer Schweigeminute aus aktuellem Anlass der Maueropfer.