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Weder Demut noch Einsicht ARTERN .Wenn es so etwas wie einen menschlichen Eiswürfel geben würde, müsste er Torsten Blümel heißen. Der zweite Beigeordnete und PDS-Scharfmacher musste am Montag im Stadtrat ein wahres Donnerwetter über sich ergehen lassen. Fast alle Abgeordneten der CDU-Fraktion erzürnten sich über das von Blümel und seinem Bruder Kai maßgeblich verfasste "Arterner Ratsblättchen". Steffen Peschke (CDU) meinte: "Die Grenzen des guten Geschmacks wurden überschritten." Er redete von einem "ideologischen Sperrfeuer" und davon, dass er "persönlich enttäuscht" sei. Blümel sagte kein Wort und lächelte süffisant in die Runde. Das tat er auch weiter, als Manfred Gerboth (DA) anhob und in einer langen Rede daran erinnerte, dass er damals in bürgerbewegten Wendezeiten die harsch attackierten SED-Oberen vor ebensolchen Anschuldigungen beschützt habe, wie sie jetzt die PDS aufstelle. Die SPD stieß kräftig mit ins Horn. Blümel wartete gelassen ab, bis alle Räte geredet hatten. Und setzte dann noch einen drauf. "Sie sollten sich mal die Geschäftsordnung anschauen. Da steht drin, dass der erste Redner einer Fraktion fünf Minuten hat", meinte er zu Manfred Gerboth. Und, mit Blick auf Steffen Peschke: "Getroffene Hunde bellen". Der Stimmung im Rat war das natürlich nicht eben zuträglich. So war es an Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS), die Wogen etwas zu glätten. Er will in den nächsten Tagen den Ältestenrat einberufen, um dort noch einmal über den Umgang der Stadträte miteinander zu reden. Die werden nämlich derzeit viel miteinander zu tun haben. Nachdem die Leiterin der Kommunalaufsicht des Kreises, Johanna Neukamm, den Räten in der Sitzung unmissverständlich zu verstehen gegeben hatte, dass sie notfalls auch ohne deren Zustimmung einen Haushalt erlassen würde, gaben sich die Fraktionen auf einmal handzahm. Unisono versicherten sie, dass sie gerne gemeinsam mit der Kommunalaufsicht einen Haushalt erarbeiten würden, wenn darin die Investitionen für das Feuerwehrgerätehaus und den Wiederaufbau des Kindergartens "Lange Hohle" enthalten seien. "Wir haben kein Problem damit, einen seriösen Haushalt auch vor der Abwahl zu beschließen", meinte SPD-Fraktionschef Bernd Reiber generös. Schließlich hatten er und die Kollegen von der CDU vorher gebetsmühlenartig betont, dass sie den Haushalt nicht blockieren würden, um Koenen abzusägen. Und so wird Johanna Neukamm gemeinsam mit ihrer Finanzexpertin der Kommunalaufsicht am nächsten Finanzausschuss teilnehmen und gemeinsam mit den Fraktionen überlegen, wie man denn nun die Millionenlöcher im Haushalt auf "seriöse" Art und Weise schließen kann. Man darf schon mal gespannt sein. . . Sebastian TAUCHNITZ |
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