Wenig Neues hinter geschlossenen Türen

ARTERN .Der große Sturmlauf blieb aus. Wohl auch, weil der Hauptakteur nicht dabei sein durfte. Die Rede ist von der Debatte über die Abwahl des Arterner Bürgermeisters Wolfgang Koenen (PDS). Die fand am Montagabend im geschlossenen Teil der Stadtratssitzung statt.

Allerdings ohne Koenen, der als Betroffener draußen sitzen und der Dinge harren musste, die da kommen mochten. Allerdings dürfte ihn wohl kaum um den Schlaf gebracht haben, was da hinter verschlossenen Türen gegen ihn vorgebracht wurde. Die Debatte soll dem Vernehmen nach eher zäh gewesen sein. So wurde kritisiert, dass den Beigeordneten keine Aufgaben vom Bürgermeister übertragen wurden. Auch dass die beiden Stellvertreter des Bürgermeisters nicht an den Dienstberatungen teilnehmen dürfen, wurde angeprangert.

Die Union hatte sich auf verschiedene formale Fehler konzentriert, die Koenen im Laufe der Jahre begangen hatte. Unter anderem wurden Informationen aus verschiedenen Fraktionen zu Folge noch einmal die Umstände kritisiert, unter denen das Schülerfreizeitzentrum an einen freien Träger übertragen wurde. Damals hatte es einen förmlichen Stadtratsbeschluss gegeben, bei dem ein Vertragsentwurf gebilligt wurde, den Koenen nach Rücksprache mit dem Landratsamt geändert hatte. Ansonsten seien jede Menge alter Argumente aufgewärmt worden, berichtete man aus der Sitzung. So beklagten sich die Vertreter der Abwahlfront einmütig darüber, dass der Bürgermeister die Beschlüsse des Rates nicht oder nur ungenügend umsetze, nicht alle notwendigen Papiere an den Rat ausgeteilt würden. Das Übliche also.

Der Bürgerentscheid wird übrigens wahrscheinlich erst im November stattfinden. Denn jetzt sind die Stadträte erst mal im Urlaub. Und so werden statt der vorgeschriebenen 14 Tage wohl sechs Wochen vergehen, bevor im nächsten Stadtrat am 27. August über die Abwahl entschieden wird. Und danach dauert es noch mal zwei Monate, bis die Arterner an die Wahlurnen treten können. Sebastian TAUCHNITZ