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Bibliothek liegt vorerst auf Eis ARTERN .Der Haushaltsbeschluss für das laufende Jahr in der Salinestadt ist noch immer in weiter Ferne, ein eventuelles Abwahlverfahren gegen Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Rathaus. Und dennoch macht man sich dort schon wieder Gedanken darüber, wie man Geld zum Wohle der Bürger ausgeben kann. Ein Bibliotheksneubau soll her (TA berichtete). Zur Vorgeschichte: Die Bauherrengemeinschaft Freimann/Kabisch errichtete vor einigen Monaten in der Wasserstraße eine Anlage mit Seniorenwohnungen. Dieses Areal soll nun erweitert werden. Es ist geplant, entsprechende Grundstücke im Hofbereich zuzukaufen ("Thüringer Allgemeine" berichtete). In diesem Zusammenhang unterbreitete eben diese Bauherrengemeinschaft der Stadt den Vorschlag, dort auch gleich eine neue Bibliothek mit zu errichten. Die Mitglieder des Bauausschusses, die dieses Thema in ihrer letzten Sitzung nicht öffentlich debattierten, stimmten dem Vorhaben dem Vernehmen nach zu. Warum braucht die Stadt denn nun unbedingt eine neue Bibliothek, wird sich der Leser fragen. "Es gibt drei Gründe dafür", erklärte Bürgermeister Wolfgang Koenen (PDS) im Gespräch mit dieser Zeitung. Als erstes sei da die Zukunft des städtischen Alten- und Pflegeheimes. Derzeit debattiert man ja im Rahmen der Haushaltsdiskussionen hitzig darüber, ob die bislang als städtische gGmbH geführte Einrichtung an einen privaten Investor verkauft werden soll. Sollte dieser Fall eintreten, werde dieser das Heim erweitern müssen, um profitabel arbeiten zu können, meint Koenen. Und einem solchen Anbau stehe die derzeitige Bibliothek an der Saline natürlich raummäßig im Wege. Zudem seien die räumlichen Umstände dort kaum mehr tragbar. "Das Land geht von einem Flächenbedarf von rund 600 Quadratmetern für eine Kommune der Größe Arterns aus", erklärte der Bürgermeister. Derzeit seien es rund 200 Quadratmeter. Auch das Inventar sei teilweise uralt, von optimalen Bedingungen wäre man meilenweit entfernt. "Rollstuhlfahrer haben momentan keine Chance, durch die engen Reihen in der Bibliothek zu kommen", warb Koenen weiter für den Neubau. Außerdem habe man nun mal im vergangenen Jahr einen städtebaulichen Wettbewerb für das Areal zwischen Post- und Wasserstraße, Hotel und Amtsgericht organisiert. Und irgendwann müsse ein Zeichen gesetzt werden, dass dieser auch wirklich umgesetzt werde. Dieses Zeichen soll nun also die Bibliothek sein. Dumm ist nur, dass für deren Bau, geplant ist eine Fläche von rund 400 Quadratmetern, auch ein kommunaler Eigenanteil zu erbringen ist. Und selbst wenn das Land 85 Prozent der Kosten zuschießt, dürfte der Batzen immer noch zu happig für die finanziell arg gebeutelte Stadt sein. Wieviel der Neubau genau kosten würde, weiß zudem heute noch niemand. Genauso wenig, wie der Eigenanteil für den Feuerwehrneubau am Salzdamm und der Wiederaufbau der Kindertagesstätte "Lange Hohle" finanziert werden sollen. Und so wird der Bibliotheksneubau wohl ganz schnell in der Schublade verschwinden, wo die vielen anderen unbezahlbaren Arterner Wunschträume so lange deponiert werden, bis der Haushalt beschlossen und die Sparphase der Konsolidierung beendet ist. Sebastian TAUCHNITZ
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